Reisevortrag


Malta


Europas Arabien



Malta ist eine Inselwelt zwischen allen Fronten: geografisch, geschichtlich, kulturell und politisch. Der Archipel ergab sich in seiner Tausende Jahre alten Vergangenheit in steter Regelmäßigkeit fremden Mächten. Beginnend in der Jungsteinzeit, über die Phönizier und Osmanen, weiter zu den Arabern und Normannen, jahrhundertelang den Ritterorden, später Napoleon und den Briten, bis in der Neuzeit die Selbstständigkeit und Gründung eines eigenen Staates folgten. Seit 1964 ist Malta unanhängig, seit 1974 eine Republik und seit 2004 Mitglied der EU.
Was wird folgen? Welche Irrungen und Wirrungen werden den vorangegangenen noch hinzugefügt? Malta ist infolge seiner extrem wechselvollen Geschichte ein ethnischer Schmelztiegel, in dem so oft umgerührt wurde, dass so etwas wie kulturelle Identität nicht mehr erkennbar ist. Dass dieser große gelbe Stein, als den man die Landmasse mitten im Mittelmeer bezeichnen kann, überhaupt von so auffälligem Interesse für viele Mächte war, lässt sich wohl nur mit seiner geografischen Lage erklären. Erstaunlicherweise hat Malta einst zur Landmasse von Italien gehört, einem Land, dass auf Malta außer in Form von Pizza kaum etwas hinterlassen hat.
In ebendiesem Spannungsfeld habe ich mich auf Malta, Gozo und Comino bewegt, einige tausend Motive eingefangen und mich selbst einmal mehr neu zu spüren versucht. Widerspruch als Weg! Der daraus entstandene Reisevortrag bewegt sich in Bildform in diesen Widersprüchen, die sich fast schon als Identität Maltas aufzuzwingen scheinen. Auf Malta kann man Zeit spüren. Verlangsamend und selbst besinnend.

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