Presse


Südsee extrem
Weltenbummler will Jörg Hertel nicht genannt werden. "Ich bummle nicht durch die Welt, ich bereise sie", sagt der 52-jährige. Seine Reisen seien aber kein Urlaub. Hertel geht mit dem Fotoapparat auf Entdeckungstour. Was er dabei im Bild festhält, zeigt er auch in Ausstellungen. Seine nächste wird am Freitag in der Kleinen Galerie im Rathaus eröffnet. Dort sind Motive der Osterinsel (Rapa Nui) zu sehen. Diese untermalt Hertel am Eröffnungsabend mit Geschichten aus der Südsee. Viermal hat er die Insel inzwischen besucht. Sie war Anfang der 1990er Jahre der erste Ort, an dem er beim Fotografieren genauer hinsah. "Ich wollte den entlegensten Ort der Welt kennen lernen", begründet Jörg Hertel die Tour nach Rapa Nui. Sein Ziel war die dortige Musikkultur zu erforschen. Denn der Leipziger verdient sein Geld als Dozent für Musiktherapie und Kommunikation. Mit den Einahmen daraus und den Vorträgen finanziert er auch seine Reisen. Die haben ihn inzwischen durch die ganze Welt geführt. Zunächst entdeckte er Chile, dann Südamerika. "Das war mir aber zu einseitig, deshalb habe ich mich Asien zugewandt", so Hertel. Wann er wohin fährt, entscheidet er spontan. "Das überlasse ich der Lebensdynamik. Es passiert auch, dass ich in einem Jahr gar nicht verreise", sagt er. Jörg Hertel will mit seinen Fotos Geschichten erzählen. Dabei liebt er das Unverfälschte. Bis vor einem jahr hat er noch analog fotografiert. Inzwischen habe er sich an die Bequemlichkeit der digitalen Fotografie gewöhnt, bei der man die Aufnahmen sofort betrachten kann. Trotzdem versucht er so zu fotografioeren, dass man die Bilder auch so zeigen kann. "Ich habe noch kein Foto nachbearbeitet", erklärt er. In diesem Jahr geht Hertel wieder auf Reisen - auf zwei ganz besondere. Die eine führt ihn nach Tschernobyl. Die 1986 von der Nuklearkatastrophe betroffene Region ist erst seit Kurzem wieder öffentlich zugänglich. Trotzdem wird es eine geführte Tour. Außerdem will Hertel als Lektor auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten und dort Vorträge über seine Reisen halten.
Döbelner Allgemeine (Cathrin Reichelt)

Ein Sachse im "Metropolitan Museum" New York
Seit Sonntag hängen 30 Bilder des Leipzigers Jörg Hertel in der Rathausgalerie Mügeln. Sie zeigen Motive aus New York. Doch wer einmal seine Augen auf eines der Fotos richtet, wird unweigerlich neugierig auf mehr: Er betrachtet die Nachtaufnahmen von einigen Wolkenkratzern, staunt über die Multikulti-Atmosphäre auf einem der Plätze, wird neugierig auf die unterschiedlichen Biografien der abgelichteten Menschenportraits oder will mehr über die grünen Oasen der Metropole erfahren. Beeindruckt von den Bildern zeigte sich auch Bürgermeister Volkmar Winkler zur Vernissage, als er die Ausstellung eröffnete. Diese zeigt jedoch nur einen Bruchteil von Fotoimpressionen des Sozialtherapeuten, Musikers, Autors und Weltreisenden von seinen New-York-Besuchen. Mehr konnten an diesem Nachmittag Neugierige bei einem Vortrag Hertels im Rathaus erleben. Rund dreihundert Fotos, gespickt mit allerlei interessanten Informationen wie Anekdoten sowie passender Musik von New Yorker Weltstars präsentierte der Leipziger. Imposant dabei immer wieder seine Sicht auf die gigantischen Bauwerke der Stadt, die ungewöhnlichen Ansichten moderner wie historischer Architektur. Gemeinsam unternahm Hertel mit seinem Publikum in Bildern einen Spaziergang durch die bedeutendsten Straßen, ging man auf Entdeckungstour durch Manhattan oder entlang der Küste. Unglaublich für viele im Saal, dass es neben dem pulsierenden Geschehen Orte der Stille und der Besinnung gibt. Ein solcher Ort ist der Central Park. Ein Raunen ging durch den Raum, als Jörg Hertel bei seinen wenigen Bildern vom weltweit größten anthropologischen Museum, dem "Metropolitan", offenbarte, warum er extra dieses Museum besucht hat. Er hegte die Hoffnung, dass es seine vom Museum vor einigen Jahren übernommene Fotoserie wieder sehen könnte. "Ich habe intensiv über die Musikkulturen der Osterinsel und Polynesien geforscht und war längere Zeit in diesen Gebieten. Dabei habe ich auch fotografiert und während eines Kongresses auf Hawaii eine Fotoausstellung dabei gestaltet", erklärte Hertel. Über 300 Bilder aus New York machten beim Betrachten neugierig auf weitere Vorträge von Jörg Hertel. Und so bekundete Mügelns Bürgermeister schon mal Interesse an weiteren Reisezielen, wie etwa dem in diesem Jahr auf dem Programm stehenden Nordkorea.
Oschatzer Allgemeine (Bärbel Schumann)

Hertel zeigte in Oschatz atemberaubenden Moskauer Kapitalismus-Trip
Der Leipziger Sozialtherapeut Jörg Hertel hat viele Interessen. In einem, nämlich dem Reisen, kann er die anderen gleich vereinen.
Was dann daraus entsteht, erlebten mehr als 30 Besucher am Sonntagabend im Oschatzer Thomas-Müntzer-Haus bei Hertels Vortrag "Moskau - Russlands Mittelpunkt der Welt".
Fast jeder Gast im Saal ließ einen Arm in die Höhe schnellen, als der 49-jährige Leipziger wissen wollte, wer schon einmal in Moskau war. Anders das Ergebnis auf die nächste Frage. Da wollte Hertel wissen, wer denn der Hauptstadt des größten Landes der Erde nach der Wende einen Besuch abgestattet hat.
"Ich habe im Jahr 2008 Moskau zum letzten Mal besucht", erklärt Hertel. Dem Oschatzer Publikum hat er 300 Dias, die auf dieser Stippvisite entstanden sind, mitgebracht. Schon nach den ersten Bildern wurde deutlich, was Hertel interessiert, was ihn besonders fasziniert: die Architektur seiner Reiseziele. Mit dem angeeigneten Wissenshintergrund zur Geschichte der Bauwerke entwickelt er eine besondere Sicht auf sie, entdeckt einzigartige Details, an denen mancher Tourist achtlos vorüber geht: Wandreliefs an Gebäuden im Stalin-Stil, historische Denkmäler, übergroße neu erbaute Statuen, die Einzigartigkeit der Moskauer Kirchenbauten mit ihren verschiedenartigen Türmen oder die Moskauer Unterwelt; sprich Metro.
"Mich haben besonders die Kontraste in der Millionenstadt fasziniert. Der Unterschied zwischen alt und neu spiegelt sich nicht nur in der Architektur der Stadt, sondern auch in den Köpfen der Menschen wider. Es ist atemberaubend, auf welchem kapitalistischen Trip sich Moskau befindet", erklärte der Referent.
Wer selbst schon einmal in Moskau war, entdeckt im Laufe des Vortrages viel Bekanntes, dessen Bild sich in den vergangenen 20 Jahren aber gehörig verändert hat: die Ausstellungen hinter den Kremlmauern, der Blick auf den Roten Platz oder die Lomonossow-Universität, die Stippvisite im Park der Allunions-Ausstellung mit den vergoldeten zwölf Schwestern am sprudelnden Brunnen oder bei der Metro-Tour im Untergrund Moskaus. Der Leipziger Jörg Hertel kennt Moskau nicht nur als Hauptstadt der Sowjetunion, sondern kann dem Publikum seiner Diashows eine Metropole mit faszinierenden Kontrasten auf Kapitalismus-Trip vorstellen.

Oschatzer Allgemeine (Bärbel Schumann)


Musikpädagoge erzählt über Neuseeland

Der weltreisende Musikpädagoge Jörg Hertel erzählte am Sonntag Nachmittag im Kulturpark Deutzen über Neuseeland. "Dort sprechen die Ureinwohner heute noch die selbe Spreche wie u. a. in Hawaii", so Hertel. Dabei liegen die beiden Inselgruppen, die zum Kulturkreis Polynesien gehören, rund 12.000 Kilometer voneinander entfernt. Hertel weiß, wovon er spricht, wenn es ums polynesische Dreieck geht - denn Neuseeland habe er genauso wie Hawaii und die Osterinsel längst bereist. Erst vor wenigen Wochen kam Hertel von einer strapaziösen Wanderung durch die Atacama-Wüste in Chile zurück. Chile liegt bekanntlich am Pazifik und ebenfalls nicht all zu weit entfernt von jenem magischen Dreieck.
Leipziger Volkszeitung

Musiker, Therapeut und Weltreisender
Als Kind spielte er in einer "strahlenden" Landschaft. Geboren wurde er nämlich 1962 im erzgebirgischen Schlema gegenüber der damals stärksten Uranmine der Welt. Das prägte. Schon seit 1979 arbeitete Jörg Hertel erfolgreich als Liedermacher und Texter. Ein Vollblutmusiker und um den Globus "jettender" Autor ist er noch immer. In der DDR zwangen ihn die bedrückenden Schatten der Stasi zu Lehrjahren in den verschiedensten Berufen, darunter auch Friedhofsgärtner und Totengräber. Stoff für sein künstlerisches und literarisches Schaffen fand er dabei genug. Jörg Hertels Multitalent entfaltete sich nach der Wende, befreit von allen Fesseln. Und er wurde zum Weltreisenden. Er war im Südpazifik zu finden und bereiste das ehemalige Ostpreußen, er forschte auf Hawaii und in Patagonien. Demnächst will er 77 Tage allein auf der Isla Hornos (Kap Hoorn) verbringen. Ein "Vereinsiedelung", wie er es nennt. Und so weiter und so weiter! Von überall her brachte er Fotos mit und ein Füllhorn voller Ideen für seine Musik und viele Buch- und Vortragsprojekte, mit denen er seine Mitbürger an den künstlerischen Früchten seiner spannenden Reisen Anteil nehmen läßt. Bald geht es wieder auf große Reise rund um den Erdball.
Jetzt erschien eine CD des umtriebigen Musikers Jörg Hertel mit dem Titel "EreignisHorizont" mit deutschsprachigen Rock-Liedermachersongs, die er seinen Freunden und allen ungenannten und unnennbaren Personen widmet, die ihn "durch die Zeiten begleitet, gefördert und gebremst haben und zu dem Künstler machten", der heute im Zenit seines Schaffens steht - ob als Musiker, Therapeut oder als Musikethnologe.

Zeitpunkt (Leipziger Stadtmagazin)

Zwischen Buenos Aires und Panama
Fotoausstellung im Seumeclub Weißenfels

Bis zum 10. Juni 2007 sind in der Galerie im soziokulturellen Zentrum Seumeclub Weißenfels Fotos des Leipzigers Jörg Hertel zu sehen. In der Schau zeigt der Musiktherapeut und Forschungsreisende Bilder aus zwei Großstädten unter dem Motto "Big Cities LateinAmerika". Entschieden hat er sich für Buenos Aires und Panama Stadt.
Hertel ist in Weißenfels kein Unbekannter mehr. Er hat im Seumeclub bereits vor drei Jahren einen Diavortrag über die Osterinsel gehalten. Auf dem Weg dorthin machte er auch in Lateinamerika Station, was sein Interesse an den dortigen Städten weckte. Außerdem seien Dias die beste Grundlage, um daraus großformatige Farbfotos anzufertigen, die er ausstellt. Im Seumeclub stellt er im Kontrast die 15-Millionen-Metropole Buenos Aires der Drei-Millionen-Stadt Panama samt Panama Kanal gegenüber.
Zu sehen sind unter anderem die mit 143 Metern breiteste Straße der Welt sowie eine Aufnahme des Grabes der weltbekannten Persönlichkeit Eva Perón. Hertel, der sich Situationsfotograf nennt, erinnert aber auch an die heftigen Demonstrationen in Buenos Aires, nachdem im Januar 2005 eine Diskothek abbrannte und viele Menschen starben, weil die Türen verschlossen waren. Zu jedem seiner Fotos hat der Weltreisende eine Geschichte zu erzählen. Beim Eröffnungsrundgang hörten die ersten Weißenfelser bereits einige. Der Leipziger wird von seinen Reisen in die Big Cities in Lateinamerika im Seumeclub in Diavorträgen berichten.

Mitteldeutsche Zeitung Weißenfels

Gipfelstürmer - eine MDR-Hör-Reihe über das Erzgebirge 
... auch Jörg Hertel ist weit gereist, um wieder zurückzukommen. Nach Patagonien und Feuerland, zur Osterinsel - über all das hat er viel gesprochen und noch mehr geschrieben. Aber sein schönstes Buch hat er den standhaften Musikern im Erzgebirge gewidmet. Den jungen und alten Mundartsängern und Volkskünstlern, die sich nicht von Hitparaden und Musikantenstadl einkaufen lassen. Mit ihnen hat er sich in Bergwerke und Sofaecken verkrochen und alle Interviews aufgenommen.
"Mir brauch'n kaa Südsee" ist ein Hörbuch zum Lesen, mit atmosphärischen Gesprächen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern unter die Haut gehen.
Irgendwann zwischen Hawai'i und Neuseeland hatte Jörg Hertel einmal festgestellt, dass eine gewisse geografische Abgeschiedenheit ein besonderes Verständnis für Tradition hervorbringt. Das passte gut auf die Erzgebirger. "Haamit is ne verdammte Krankheit" (Heimat ist eine verdammte Krankheit), weiß auch Hertel, "und die hat den Vorteil, dass man sich selbst mehr Aufmerksamkeit schenkt als sonst."

Heike Schwarzer, MDR Figaro

Rechts geht's zum Paradies - "Hawaii-Wo Feuer Land gebiert"
Furiose Musik- und Dia-Schau in Niederfrohna
Der Inselgott Pelé ist größer als alle Künstler dieser Welt: Keiner von ihnen könnte solche Formen schaffen, wie sie Pelé in die erkaltende Lava gezogen hat. Jörg Hertel hat das gesagt, doch der Satz bedarf keiner Anführungszeichen. Hertel fasste nur in Worte, was die Zuschauern in der Wetzelmühle auf der Leinwand selbst sahen: die Schönheit, Anmut und Dramatik einer Inselgruppe, von denen gemeinhin nur die weißen Strände und die bunten Hemden bekannt sind: Hawaii.
Etliche Plätze unterm Dachgebälk der Wetzelmühle waren am Samstagabend leer geblieben. Unverständlich, denn mit einem staubtrockenen Vortrag hatte die Dia-Schau "Hawaii - Wo Feuer Land gebiert" des Leipzigers Jörg Hertel nichts gemein. Hertel nahm die Zuschauer noch einmal mit auf seine Reise, die ihn im August 2000 auf die Inseln Oahu und Big Island geführt hatte. Er wird auch "Weltenbummler" genannt, der 39-jährige Musiktherapeut und Musiker, obwohl er auf seinen Reisen nicht bummelt, sondern forscht. Was Hertel über die frühere Hochkultur seines Spezialgebietes, die Osterinsel, herausfand, schlug in der Vergangenheit unter den Pazifikforschern hohe Wellen. Auch auf Hawaii reiste Hertel an die entlegendsten Plätze, sprach mit Nachfahren der Ureinwohner und konnte so am Samstag von verblüffenden Details berichten. Etwa vom Strand, dessen Sand grün ist. Oder dass der Berg "Mauna Kea" mit 11.000 Metern der höchste Berg der Welt sei, vom Sockel im Meer aus gemessen. Über 2500 Kilometer erstreckt sich die Inselgruppe Hawaii, die geografisch zur Südsee und als 50. Bundesstaat seit 1959 zu den USA gehört. Vor 27 Millionen Jahren entstand sie durch unterseeische Vulkanausbrüche; der "Kilauea" ist immer noch der aktivste Vulkan der Welt. Angesichts eines vier mal zwei Kilometer großen Vulkankraters, unter dem es brodelte und aus allen Ritzen qualmte, konnten die Zuschauer den "Höllengestank" fast riechen. Doch es war nur das Vorspiel zu den ausbrechenden Vulkanen in allen Farben Rot, die Hertel mit dramatischen Gitarren-Soli unterlegte. Der Ortsname "Paradies" auf einem nach rechts weisenden Straßenschild, dieses Bild zeigte Hertel zuletzt. Es war ein treffender Abschied.

Freie Presse Chemnitz

Geheimnisvolles Rapa Nui - Gäste erfuhren von Jörg Hertel Wissenswertes über die Osterinsel
Der Leipziger Weltenbummler Jörg Hertel lud am Mittwoch ins Kulturhaus zu einem Diavortrag ein. Die Reise führte 25 Gäste an einen entlegenen Ort, zur Osterinsel.
Hertel war von 1994 bis 2000 viermal dort. Was er mitbrachte, würde für zehn Dia-Abende ausreichen. 6000 Dias sind bei dem insgesamt neunmonatigen Aufenthalt auf dem zu Chile gehörenden Eiland entstanden. 250 zeigte er. Doch nicht nur wunderschöne Bilder von Land und Leuten wurden präsentiert. Hertel vermittelte den Zuhörern Bemerkenswertes über die Kultur und die Geschichte. Dazu gehört auch deren Klangwelt, die er intensiv erforscht hat. Immer wieder ließ er die Gäste mit Bildern und Musik ihre eigene kleine Reise unternehmen, was bei den polynesischen Klängen nicht schwerfiel. Man fühlte sich nach Rapa Nui versetzt, wie die Eingeborenen ihre Insel nennen. Sie wurde im vierten Jahrhundert von Polynesiern besiedelt, 1722 am Ostersonntag vom Holländer Jacob Roggeveen entdeckt und ist bekannt durch gigantische Steinbüsten, die sogenannten Moai. Hierbei handelt es ich um die Versinnbildlichung von Ahnen. So gesehen betrieben die Insulaner einen wahren Totenkult. Wie die Menschen allerdings, auch nachdem alle Bäume abgeholzt waren, die gewaltigen Steinkolosse in einem Stück transportiert haben, darüber streiten sich heute noch die Wissenschaftler.
Die Osterinsel ist voller Fragen und hinter jeder Antwort lauern neue. Es gibt doch Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht erklären kann. Aber eins ist sicher: Die Hochkultur erlosch um 1750 durch Überbevölkerung. Heute leben 4000 Menschen auf der Insel und beherbergen im Jahr rund 22.000 Touristen. Gastfreundschaft wird groß geschrieben, das konnte auch Jörg Hertel immer wieder feststellen, der mittlerweise seinen eigenen polynesischen Namen hat. Auf Rapa Nui nennt man ihn Korike, was soviel heißt wie "Das andere Spiel". Was dieser Name bedeutet, kann er selbst auch nur mutmaßen.
Was den meisten Gästen, wie unter anderen Dr. Matthias Becker aus Naumburg, der selbst schon einmal die Osterinsel besucht hat, an dem Vortrag besonders gefiel, war die Lockerheit und Leichtigkeit. Kein steifes Ablesen von Fakten, die man in jedem Lexikon nachlesen könnte. Humorvoll und in einer Art, die einfach Spaß macht, ließ Hertel die Gäste an seinen Reisen teilhaben. Aber wie immer bei solchen Vorträgen verging die Zeit zu schnell. Doch Hertels Ziel, den Leuten das Mysterium Osterinsel näher zu bringen, hat er erreicht.

Mitteldeutsche Zeitung Weißenfels

Jörg Hertel präsentiert Kulturzeugnisse von Rapa Nui - der Osterinsel
"Church music from the most mysterious place on earth" - Leipzigs Weltreisender Jörg Hertel hat sich durch mehrere Aufenthalte zwischen 1995 und 2000 auf der Osterinsel zu einem Kenner dieser erst 1722 entdeckten und 1888 von Chile annektierten Insel mit etwa 4500 Einwohnern, vorwiegend Polynesier und Chilenen, entwickelt. Er hat über ihre Extreme und Mysterien geschrieben und bringt die Geschichte und Kultur dieses Eilandes und seiner Region den deutschen Kulturinteressierten auch durch vier Diavorträge über die Osterinsel, Hawaii, Neuseeland und Patagonien/ Feuerland sowie mit Fotoausstellungen nahe. Jetzt aber hat Jörg Hertel die Kirchenmusik der Osterinsel studiert und 25 von ihm gesammelte Titel, aufgenommen in katholischen Messen, auf einer CD vereint. Er will sie für den Hörer zu Zeugnissen werden lassen, dass diese einzigartige Musik zwar alle Elemente dieser Messen beinhaltet, wie wir sie kennen, doch der Geist dieser Lobgesänge spätestens, wenn ein Lied angestimmt wird, umschwenkt und und polynesisch und polyphon wird. Gesungen wird in tahitianisch, doch inzwischen werden die Texte zunehmend in den osterinsulanischen Dialekt des Polynesischen übertragen.
Die Osterinselmessen sind nicht nur religiöse Rituale. Sie dienen auch als Wochentreffpunkt zum Austausch von Neuigkeiten und zum Knüpfen von Beziehungen. Sie sind also multifunktional, aber viel mehr multiemotional, denn mit dem gemeinsamen Gesang scheint auch die Zusammengehörigkeit der Inselgemeinschaft beschworen zu werden.
Jörg Hertels Buch "Extreme Osterinsel" erschien soeben, drei weitere CD's sind bereits veröffentlicht. Weitere Informationen, Buchungen von Veranstaltungen oder Bestellungen der verschiedenen Veröffentlichungen (CD's, Fotos, Bücher) unter: kontakt@joerghertel.de

Studentenführer Leipzig

Wo die Leute früher rückwärts auf dem Wagen saßen
"Geh, aber komm wieder", lautet auf der Osterinsel eine Verabschiedung der Bewohner. Die hörte der Leipziger Jörg Hertel auf seinen Reisen zu dem Eiland, das etwa 4000 Kilometer westlich von Chile liegt, viele Male. Das Buch, das er über seine fantastischen Entdeckungen und Begegnungen abseits der Touristenrouten schrieb, stellte er vorgestern Abend in der Bibliothek in der Reihe "Leseclub unterm Dach" vor.
Vorstellen ist allerdings nicht die richtige Vokabel, denn Hertel beließ es nicht bei einer einfachen Lesung aus seinem Buch, das jetzt erscheint. Er zeigte zwischendurch Dias, die er bereits auf vielen Kongressen für Kunst und Literatur über die Osterinsel präsentiert hat. Der Leipziger Autor spielte zwischendurch auch Musik von seinen selbst erstellten CD's, die er bei den Insulanern in Kirchen oder auch bei ihnen zu Hause aufnahm. Hertel ist Musiktherapeut. "Eigentlich zog mich bei meiner ersten Reise 1994 nur die Entdeckung neuer Musik auf den entlegendsten Punkt der Erde", erklärte er den 30 Besuchern. Er sah Leute, die wie eh und je auf der Ukulele und "auf musikalischem Gestein Musik machten und intuitiv ihre Lieder dazu sangen". Mittlerweile war er viermal dort. Beim ersten Mal blieb er gleich drei Monate dort hängen. Und er weiß heute noch nicht genau, was ihn so fasziniert an der flachen Insel, die so groß ist wie das Leipziger Stadtgebiet und 67 Vulkane hat.
Es seien ganz bestimmt nicht nur die Moai, die klischeehaften Steinfiguren, die die Osterinsel bekannt gemacht haben. Vielleicht sei es ja auch die angenehme Langsamkeit der Leute. "Bevor 1722 die ersten Europäer dorthin kamen, fuhren die Insulaner noch rückwärts auf ihren Wagen", gab Hertel die Erzählungen der Insulaner wieder. Sie wollten sehen, was sie durch ihre Arbeit hinterlassen. Jetzt fahren sie andersherum. "Doch dadurch sehen sie trotzdem nicht, was die Zukunft bringt. Leider aber auch nicht mehr, was sie hinterlassen." Obwohl die Insulaner zeitgemäße Garderobe wie Jeans tragen, stecke hinter ihrer Fassade auch heute noch sehr viel Tradition. Daran änderten auch 20.000 Touristen im Jahr nichts.
Als ein Insulaner bei seinem letzten Abschied zu ihm sagte: "Bleibe nicht zu lange in Deutschland", wusste Hertel, dass er bald wieder auf große Reise gehen wird - natürlich zu seiner Osterinsel. "Ich brauche die einigartige Polyphonie der Brandung und der Lieder dieser Menschen", meinte der Leipziger zum Schluss.
Frank Steinert kaufte sich nach dem außergewöhnlichem Vortrag spontan eine der drei Hertel-CD's. Ich fand vor allem die Ausführungen über den Pazifik einzigartigen Steinskulpturen spannend", so der Bornaer. Doch auch die Berichte über die Ukulele, eine Art kleine Gitarre, die aus Portugal stammt, interessierten ihn. Er spielt selbst Ukulele.

Leipziger Volkszeitung

Leipziger erforscht Musik der Osterinsel Rapa Nui - Jetzt hat er 4. CD rausgebracht
Jörg Hertel ist am liebsten auf Achse. Und es zieht ihn an die entlegendsten Plätze der Welt. Das Lieblingsziel des Leipziger Musikpädagogen: die Osterinsel "Rapa Nui", berühmt wegen ihrer monumentalen Steinfiguren, den Moai. Das mitten im Pazifischen Ozean gelegene und zu Chile gehörende Eiland übt eine magische Anziehungskraft auf ihn aus. "Ich habe mich dort über ein halbes Jahr aufgehalten, die Bevölkerung und ihre Volksmusik studiert." Unzählige Tonaufnahmen hat er dabei gesammelt, auf vier CD's veröffentlicht, zuletzt "Rapa Nui", für 30 Mark im Handel erhältlich. Kirchenmusik der Insulaner, für die gemeinsames Singen zum täglichen Leben gehört. Ihre Instrumente: Ukulele, Gitarre und Bombo. Ihre Musik: sehr rhythmisch, karibisch angehaucht. "Sie ist einmalig - wie die Insel, die 4000 Kilometer vom Festland entfernt liegt", schwärmt Hertel. "Die Leute zeigen damit auch ihre Zusammengehörigkeit." Bei den Forschungen gelang ihm außerdem ein echter Coup: "Ich war bei der Witwe des Tübinger Ethnologen Professor Thomas Barthel zu Gast. Sein Spezialgebiet war die Osterinsel. Frau Barthel vermachte mir sein Archiv mit den ältesten weltweit noch existierenden Tonaufnahmen traditioneller Osterinsel-Musik." Ein Schatz, um den viele Völkerkundler den Privatforscher beneiden: "Natürlich steht das Archiv für Forschungsarbeiten zur Verfügung." Jörg Hertel verdient sich das Geld für seine Weltreisen mit Dia-Tonvorträgen, auf denen er über seine Reisen erzählt: "Das läuft. Meine Veranstaltungen sind immer gut besucht." Seine letzten Reiseziele waren Patagonien und Feuerland: "Ich habe eben eine Schwäche für entlegene Gegenden." Ob die Erde für ihn einmal zu klein wird? "Wohl kaum", lächelt er, "es gibt noch so viel zu entdecken."
BILD Leipzig

"Gibt es keine Musik, stirbt der Mensch"
Seit 1994 ist er viermal auf die Osterinsel geflogen, um Klänge der Ureinwohner aufzuzeichnen: der Leipziger Musiktherapeut Jörg Hertel. "Glaubenszeichen" dokumentiert, wie er die fremden Rhythmen hier zu Lande einsetzt. Norbert Wehrstedt sprach mit dem 38-Jährigen.
Frage: Wie ist die Osterinsel-Musik?
Jörg Hertel: Melodiös und sehr rhythmisch. Mit Gitarren, mit Ukulelen - und mit Steinen als Rhythmusbegleitung.
Wenig exotische Instrumente ...
Es werden auch Pferdeschädel benutzt, deren Zähne nicht ganz fest sind. Wenn die aneinander geschlagen werden und vibrieren, gibt es ein eigenartiges perkussives Geräusch.
Wird auf der Insel viel musiziert?
Musik ist Bestandteil des Lebens, der die Seele zusammenhält. Gibt es keine Musik, stirbt der Mensch.
Die Insulaner sind also sehr musikinteressiert?
Sobald ein Kind physisch in der Lage ist, lernt es ein Instrument. Weil alle Lieder mündlich weitergegeben werden, muss man sie ja von Älteren übernehmen, um sie zu bewahren.
Wozu benutzen Sie die Musik?
Als psychisches Heilmittel. Sie übt auf Patienten eine aktivierende und beruhigende Wirkung aus.
Gibt es die Musik auch auf CD?
Gerade ist die Dritte fertig, mit polynesischer Kirchenmusik. Da singen große Chöre, klingt alles sehr südseeisch. Ab Juni ist die CD im Handel.
Die Aufnahmen entstehen ...
... immer vor Ort, um die Authentizität zu bewahren.
Wie lange sind sie auf der Insel?
Etwa drei Monate in einer Pension mit Familienanschluss.
Was kostet ein Aufenthalt?
Zwischen 5000 und 10.000 Mark.
Und wer finanziert das?
Die erste Reise habe ich mit Hilfe von Kleinsponsoren gemacht, die anderen habe ich aus Erträgen bezahlt, die meine Reisen mir gebracht haben, durch Diavorträge und CD's.
Als Kevin Costner "Rapa Nui" auf der Osterinsel gedreht hatte, wurde er von Öko-Aktivisten attackiert ...
War sehr übertrieben, denn die Bäume, die für die Dreharbeiten gefällt wurden, hat das Team 100fach nachgepflanzt. Außerdem haben sie die ganzen Coca-Cola-Dosen weggeräumt, die die Ureinwohner einfach in die Gegend geschmissen haben. So wie sie alles wegwerfen. Es gibt eben noch kein Umweltbewusstsein.
Was wurde aus den Filmstatuen?
Die waren in Kisten verpackt, aber die Ureinwohner haben sie am Flughafen wieder ausgepackt - und sich die Köpfe in ihre Gärten gestellt.
Wie fanden sie den Soundtrack?
Es wurde vom Team zwar jede Menge Originalmusik aufgenommen, aber dann im Film nicht benutzt. Das fand ich schade.

Leipziger Volkszeitung

Ohrenbetäubend bricht die Welle am Fels
Akustischer Schmaus zu erster Lesung bei "Gutenbergs": Autor Jörg Hertel stellt Buch über Osterinsel vor
Einmal am entlegendsten Platz der Welt auf Entdeckungsreise zu gehen, ist sicher der Wunsch vieler Leute. Doch beim Wunschdenken bleibt es meist. Ganz anders bei Jörg Hertel aus Leipzig: Zwischen 1994 und 2000 bereiste er insgesamt acht Monate die Osterinsel im Pazifik zu Klang- und Lebensstudien. Er war so beeindruckt von diesem Fleck, dass er sein Buch mit "Meine Osterinsel" betitelte. Dort fühlte er sich als Einheimischer in einem der noch bestehenden Großfamilienverbände, in die sich die 3000 Einwohner der Insel aufteilen.
Mit dem druckfrischen Buch eröffnete Jörg Hertel in der Gutenberg-Buchhandlung dieses Jahr die Reihe der Lesungen. Er ist ein brillanter Erzähler und versteht es, Details lebendig rüber zu bringen. Da alles noch durch digitales Tonmaterial akustisch untermauert wurde, fühlten sich die Zuhörer wirklich auf die Osterinsel, die in der Sprache der Einwohner "Rapa Nui" heißt, versetzt. Das Brechen der hohen Wellen am steinigen Felsen war ohrenbetäubend und furchteinflößend. Aber auch mit dem Gesang der Einwohner wurden die Gäste bekannt gemacht.
Da Hertels Wirken auf Rapa Nui stark von der Musik geprägt war, präsentiert das Buch selbstredend viele diesbezügliche Erlebnisse. Von seinen Erlebnissen auf der Insel zeugen rund 5000 Dias, in 40 Stunden selbst aufgenommnes digitales Tonbandmaterial und 300 Seiten Reisenotizen. Den Einwohnern von Rapa Nui sei die für uns selbstverständliche Trennung von Alltag und (kultureller) Freizeit unbekannt. "Arbeit ohne Singen hat keinen Sinn", zitierte der Weltenbummler, selbst Musiker und Musiktherapeut, die Einheimischen. Denn ihr Leben sei nicht teilbar.
In der Lesung konzentrierte sich Jörg Hertel vor allem auf das Kapitel "Drei Tage Einsamkeit auf Motu Nui" - einer Rapa Nui vorgelagerten kleinen, nur einige 100 Quadratmeter großen Insel, die bis auf eine kleine Grasnarbe auf dem Gipfel nur Fels ist. Durch die Hilfe eines Fotografen aus dem Schwarzwald und einem Fischer und dessen Boot war es möglich, das Eiland zu erreichen, das ihm zwei schlaflose Nächte und Angstgefühl bescherte.

Freie Presse Zwickau

Die Bilder eines Multitalents
Heimerer Schulen bereiten Fotoausstellung mit Arbeiten von Jörg Hertel vor

Als es vor Jahren um die sinnvolle Weiternutzung de Zeughauses ging, reiften auch kulturelle Träume und gingen letztendlich nicht auf. Jetzt, da das Zeughaus rekonstruiert und als Schulgebäude der Heimerer Schulen umfunktioniert ist, zieht dennoch auch ein Stück Kultur für die Öffentlichkeit ein. Ab dem kommenden Montag wird in den Korridoren des Gebäudes eine erste Fotoausstellung zu sehen sein. Sie ist zwar hausgemacht, aber ganz und gar nicht hausbacken. Jörg Hertel, der dort dann Impressionen aus mehreren Reisen zur Osterinsel zeigt, ist Dozent an der Heimerer Schule, andererseits aber ein auf kulturellem Gebiet recht vielseitiger Mensch. Fotoausstellungen wie die zu erwartende wird er in diesem Jahr auch noch in Frankreich, den USA, Norwegen, Australien und Neuseeland zeigen. Im vergangenen Jahr hat er das MusikHörStudio gegründet. 1999 ein Forschungsprojekt zur Wirkung der Musik des Südpazifiks auf psychisch und seelisch Kranke in Deutschland übernommen. Außerdem ist er Dozent für Musiktherapie und Wahrnehmungstraining, hält Kurse, Lesungen, Unterricht und Seminare ab. 1995 veröffentlichte er seine erste CD "Rapa Nui - Musik und Natursounds", 1999 erschien seine Reiseerzählung zur Osterinsel. In diesem Jahr wird eine weitere CD folgen, in der er sich als Gitarren-Instrumentalist vorstellt. Bereits seit 1991 arbeitete er an unterschiedlichen Projekten: einem zur Rockmusik gemeinsam mit Thomas Ihl, einem musikalisch-literarischen Solo-Programm, an Müll-Art-Musik unter dem Titel "Little Big Noise OHRchestra", an "Klangbildern" - einer Musik-Bild-Installation, und er war außerdem Komponist und Musiker in einer freien Theatergruppe. 
Torgauer Allgemeine

Der Bongo-König der Osterinsel
Das einsamste Fleckchen auf unserem Planeten. 170 Quadratkilometer mitten in den unendlichen Weiten des Pazifik. 4000 Kilometer von jeglichem Festland entfernt.
Ein Ort von magischer Anziehungskraft. Heimat der ebenso berühmten wie geheimnisvollen steinernen Monumentalfiguren mit langen Ohren und großen Nasen - den Moai. Magische Anziehungskraft üben sie auch auf den Leipziger Jörg Hertel aus. Seit Jahren ist der Musiker, Autor und Sozialtherapeut mit seinem Klangobjekt Stammgast auf der Insel mit ihren 3000 Bewohnern.
Jörg Hertel sagt: "Ich wollte einfach die Insel, ihre Einwohner, ihre Religion und Mystik akustisch festhalten." So machte sich der mutige Leipziger auf die Reise um die halbe Welt und blieb gleich ein dreiviertel Jahr auf dem scheinbar von Gott verlassenen, idyllischen Eiland. Das Ergebnis ist die CD "Rapa Nui" mit Musik der eingeborenen Bevölkerung. Und die Scheibe ist mittlerweile sogar schon in den World-Music-Charts ganz nach oben geklettert.
Jörg Hertel will auch dieses Jahr wieder auf die Osterinsel fliegen. Im Dezember plant er seinen nächsten Trip. Die Osterinsel wurde am Ostersonntag 1722 durch eine niederländische Expedition unter der Leitung von Jakob Roggeveen entdeckt. Die Bevölkerung erlitt das Schicksal vieler Ureinwohner: Verschleppung, Versklavung und Vernichtung. Jörg Hertel: "Die Bevölkerung wurde fast vernichtet. Nur 100 Menschen lebten noch auf der Osterinsel. Doch sie überlebten, sind nun die Vorfahren der jetzt 3000 Einwohner." Und mit denen versteht sich Jörg Hertel ausgezeichnet: "Ein sehr offenes Volk. So wie sie feiern, musizieren, leben, streiten sie auch. Sehr heftig. Aber das ist wie ein reinigendes Gewitter, geradezu Therapie. Niemand verdrängt irgendwelche Emotionen."
Offiziell gehört das Eiland zu Chile (1888 annektiert). Amtssprache ist Spanisch. Doch die meist katholischen Einwohner stammen aus Polynesien, sprechen untereinander Südsee-Dialekt. In dem Insel-Paradies ist Bürokratie ein Fremdwort. Steuern müssen hier nicht bezahlt werden. Und fast einzige, langsam wachsende Einkommensquelle sind Touristen. Jörg Hertel: "Damit hat allerdings auch die Zivilisation mit all ihren Vor- und Nachteilen Einzug gehalten." Übrigens hält Ufo-Guru Erich von Däniken die Osterinsel für einen Landeplatz von Außerirdischen. Ganz so falsch liegt er da nicht, wenn auch der Anlass ziemlich irdischen Ursprungs ist. Die NASA hat hier eine Notlandebahn für ihr Space-Shuttle gebaut. Sollte das jemals landen, wäre es wohl für die Eingeborenen so was wie die "Rückkehr der Götter"... Jörg Hertel wird auf jeden Fall immer wieder hierhin zurückkehren und von seinen Erlebnissen mittels Tonbandaufnahmen und Fotografien berichten.

BILD Leipzig

Rapa Nui - Music And Natural Sounds - Original Recordings By Jörg Hertel
Ein Leipziger fliegt für ein halbes Jahr auf die Osterinsel und nimmt mit seinem DAT-Recorder die Musik der Einheimischen auf. Das klingt unspektakulär, doch die daraus produzierte CD ist es beileibe nicht. Erstaunliches ist zu hören, keine billige Südseefolklore, denn au Rapa Nui ist Singen noch wirkliches Alltagsgut. Natürlich klingt vieles vor allem die polyphonen Stücke, sehr gewöhnungsbedürftig für unsere mitteleuropäischen Ohren. Aber die Magie dieser Aufnahmen, ihrer mystischen Aura und vor allem ihrer geheimnisvollen Stimmung wird sich kaum jemand entziehen können; Zeremonien- und Priestergesänge, Wiegen- und Klagelieder, der Ruf der Rußschwalbe oder das Peitschen des Ozeans gegen die felsige Küste. Viele der 35 aufgenommenen Stücke verursachen sehr melancholische und oftmals schwermütige Empfindungen, stets geheimnisumwittert und dennoch ohne Traurigkeit. Musik aus einer anderen Welt.
Leipziger Stadtmagazin Zeitpunkt

Entführung auf die Osterinsel - Vortrag im Aktionszentrum Arthur
An den "einsamsten Platz der Welt" entführte der Leipziger Jörg Hertel die Gäste seines Diavortrages im Aktions- und Kommunikationszentrum Arthur. Rapa Nui, die Osterinsel, hatte er am Anfang des Jahres über zwei Monate bewohnt und erkundet, hatte sich mit Geschichte, Musik und Lebensgewohnheiten der Insulaner beschäftigt. Allein der fotografischen Aufnahmen wegen hätte sich der Besuch des Vortrages gelohnt. Denn bereits die farbenprächtigen schillernden Lichtspiele der Sonnenauf- und -untergänge, gepaart mit den schroffen Felsen, der Gewalt des Meeres und den schier unendlich scheinenden Weiten des in diversen Blautönen schimmernden Horizontes beeindruckten das Publikum.
Doch Hertel wäre nicht Hertel, wenn er sich auf die Kraft der visuellen Impressionen der Bilder verlassen würde. Denn als Musiker und gelernter Therapeut sind ihm Klänge und Wortsprache ebenso wichtig wie die Fotografie. Und so brachte er Tonbandaufzeichnungen von traditioneller Musik der Insulaner zu Gehör., ohne die nach seiner Ansicht die besondere Auffassung der Osterinselbewohner über Natureinklang im Lebensvollzug kaum annähernd zu erspüren sei. Vor allem auch deshalb, weil das Singen und Musizieren bei der Arbeit und in der Freizeit zu den üblichen und sogar unverzichtbaren Dingen des Alltags auf der Osterinsel zählt. Steine, Hölzer und sogar skelettierte Pferdeschädel gehören zu den überlieferten Musikinstrumenten des Inselvolkes, das politisch zu Chile und geographisch zu Polynesien gehört. Doch nicht nur diese Aspekte reizten Jörg Hertel zum Besuch der Osterinsel, zu deren Abgelegenheit er scherzhaft meinte: "Die Osterinsel liegt dort, wo die Globenhersteller auf der Kugel ihren Firmenstempel hinterlassen." Denn bekannt und berühmt sind ebenso die riesigen und in großer Anzahl vorhandener Steinfiguren, die als eine Art Grabsteine dienten und über deren Entstehung noch bis heute gerätselt wird. Zudem hat Hollywood dort schon einige Kilometer Film abgedreht und die amerikanische NASA die längste Landebahn der Welt errichtet.
Jörg Hertels Vortragsweise, die vom Wissen um kleinste Details zur Inselgeschichte bis hin zur Anekdote aus dem heutigen Inselleben reicht, fesselte das Publikum, ließ den Abend nie langatmig werden. Und so waren auch am Ende der Veranstaltung noch viele Gäste geblieben, die mehr zu den Modalitäten eines Osterinselausfluges erfahren wollten.

Freie Presse Chemnitz

Osterinsulaner liegen kreuz und quer neben den Tönen

Leipziger Jörg Hertel spielte Rapa-Nui-Album ein
Schon als Kind wollte Jörg Hertel immer nur eines: das entlegenste Stück Land der Welt aufsuchen. Schuld hatte der Papa, in dessen Bücherschrank der kleine Jörg auf die Abenteuer Thor Heyerdahls (Kon-Tiki) stieß. Rapa Nui, die geheimnisvolle Osterinsel im Pazifik wurde zum Ziel seiner Träume.
1994 konnte der Leipziger das abgelegene Eiland zum ersten Mal für drei Monate besuchen. Den studierten Musiktherapeuten interessierte natürlich die Musik der Osterinsel. Welcher Art konnte sie sein? Welche Bedeutung hat sie für die Bewohner (die über Jahrhunderte total isoliert lebten)? "Der instinktive, intuitive Umgang mit Musik faszinierte mich sofort", erzählt Hertel.
Es entstanden zahlreiche Aufnahmen, darunter viele Naturgeräusch. Heute ist der 36jährige bundesweit als Osterinselexperte gefragt. Er tourt mit Lesungen, Diavorträgen und Fotoausstellungen. Im Herbst wird ein Buch mit seinen gesammelten Erlebnissen erscheinen. Für die neue CD-Produktion stellte eine Plattenfirma einen Etat zur Verfügung. Das Ergebnis "Osterinsel-Musik vom geheimnisvollsten Ort der Erde" ist seit Januar im Handel. Von 0 auf 29 stieg die CD in den Charts der Weltmusik ein, Tendenz steigend. Rapa Nuis bekannteste Musiker spielen und singen zu Gitarre, Ukulele, Mundharmonika oder Akkordeon. Auch Natur-Instrumente kommen zum Einsatz. Die Vielseitigkeit ist beeindruckend. Am wichtigsten aber sind die Stimmen der Sängerinnen und Sänger. Die Osterinsulaner betreiben eine irrational-intuitive Art der Mehrstimmigkeit. Gesungen wird kreuz und quer neben den Tönen.
Der Einzug der Moderne blieb nicht ohne Folgen für die 2500 Ureinwohner. Auch die Dreharbeiten zum Hollywoodstreifen "Rapa Nui" haben das Zusammenleben der Menschen verändert. Auf der Insel blieben fünf Millionen Dollar. Vorstellungen vom Wert der Dinge haben sich verschoben. Trotzdem machen immer noch alle gemeinsam Musik. Das gemeinsame Singen hat eine große emotionale Funktion. "Wenn wir nicht singen", so die Einheimischen, "dann sterben wir." Die Folklore aus dem Pazifik bewährte sich auch bei seinen Patienten. Auf Mitteleuropäer wirkt die mal fröhliche, mal melancholische Musik Rapa Nuis beruhigend und aktivierend zugleich.
Nun träumt Jörg Hertel von einem neuen Reiseziel.  Pitcairn-Insel leben 38 Nachfahren der legendären Meuterer von der "Bounty". Schiffe verkehren nur selten dorthin. Hertels Blick verklärt sich: "Sie machen Musik dort..."
Leipziger Volkszeitung


Osterinsel - Rapa Nui - Easter Island
So schlecht scheint es ja mit der Allgemeinbildung in der NOTES-Redaktion nicht bestellt zu sein, wenn alle beim Austernschlürfen in der Redaktionskantine befragten Redakteure ein "Chile n'türlich" nuscheln.
Gut... dann brauche ich also nicht mehr zu erwähnen, zu welchem Land die Osterinsel gehört. Dass es tatsächlich auch nur eine einzige Insel ist, gehört schon zu den weniger bekannten Fakten. Da sich jetzt ohnehin in den Köpfen aller Leser die gigantischen Steinfiguren zur Ehrung der Verstorbenen, die Moai, wiederfinden, und unser geehrter Chefredakteur hoffentlich ein paar dekorative Fotos aufgetrieben hat, befasse ich mich hier lieber mit der Bevölkerung der Osterinsel. Dass dieses Volk überhaupt noch existiert, das ist eins der liebenswerten kleinen Wunder, die diese Welt nur noch selten bietet. Denn eigentlich spricht alles dagegen. Ob die Besiedlung der Rapa Nui genannten Insel von den Marquesas-Inseln oder vom südamerikanischen Festland aus erfolgte, ist nicht ganz geklärt, aber das zwölfte Jahrhundert wird als Zeitpunkt benannt. Da sich auf einer Insel die Bevölkerung nicht beliebig vergrößern oder bei Machtstreitigkeiten und Nahrungsknappheit aus dem Weg gehen kann, gab es in den folgenden Jahrhunderten eine Frühversion der "boat people", die vor den Missständen auf der Insel auf Holz- und Schilfbooten flohen. Doch die Insel bot nur wenig Material für den Schiffbau. Zudem spaltete ein religiöser Wahn das Volk, und bevor man sich mit einem bekennenden Kannibalen einschifft, überlegt man sich seine Flucht vielleicht doch noch einmal. Die berühmten, aus dem Fels des Vulkan Rano Raraku gemeißelten Moai wurden zunehmend für einen sinnlosen Personenkult missbraucht - der vor allem zu Lasten der fronarbeitenden Unterschicht ging.
Im 17.Jahrhundert hatte sich das Volk selbst so gut wie ausgerottet. Doch damit nicht genug. Peruanische Sklavenjäger kamen 1862 auf die Insel, versklavten etwa eintausend der Bewohner und damit praktisch die gesamte intellektuelle Oberschicht, die auch über das rituelle Wissen des Volks verfügte. Nur wenige entkamen, krank und von Seuchen bedroht. Etwa einhundert Menschen überlebten damals, aus denen heute 2500 Ureinwohner hervorgingen. Und mit diesen Menschen blieb auch die Musik lebendig. Und sie, die Musik, lebt wirklich. Nahezu jeder Inselbewohner macht aktiv Musik - sie ist für das Volk der Osterinsel keine "Kunst" sondern selbstverständlicher Teil des Alltags. Die traditionellen Stücke existieren in unzähligen Versionen und werden mit jedem Spielen neu interpretiert. Das einfache Wissen, dass Fröhliches auch gleichzeitig traurig und Trauriges ebenso fröhlich ist, zeit eine der Beschränkungen des westlichen Denkens auf, das so gerne trennen möchte, was zusammen gehört. Auf Rapa Nui gehören diese vermeintlichen Gegensätze wie selbstverständlich zusammen.
Wenn die Stücke instrumentiert sind, ist ein tahitianischer Einfluss, speziell durch die Ukulele spürbar - aber erst die rein vokalen Stücke zeigen die ganze Faszination dieser Musik. Natürlich kann man Parallelen zu er Gesangkultur anderer Völker ziehen: Manche Stücke klingen da wie die Arbeitsgesänge gälischer Frauen, der über 70jährige Papa Kiko wiederum erinnert an isländische Sagengesänge. Aber das wird den Aufnahmen auf diesem Album nicht gerecht. Mehrstimmige Echogesänge verfolgen sich gegenseitig, die Texte erzeugen Rhythmen, Gemeinschaftssinn wird hör- und spürbar. Diese Platte lebt und wird nicht eine Minute langweilig. Und oft glaub man, in der fremden Sprache einen Sinn zu erkennen. Oder woher kommt es sonst, dass es uns ganz natürlich erscheint, wenn die Inselbewohner das Akkordeon "Upa Upa" nennen? Die CD mit neunundzwanzig wunderschönen Stücken erscheint in einem äußerst ansprechenden DigiPak, beigegeben ist ein sehr informatives Booklet mit vielen Fotos und reichlich deutsch-englischsprachigen Informationen zu der Insel und ihrer Musik.

Notes

Musik von der Osterinsel
Die Bewohner von Rapa Nui - der Osterinsel -
;her als anderem Festland. Bevor das Eiland völlig abgegrast war, stachen sie trotzdem in den See, später aufeinander ein und drohten schließlich von dieser Welt zu scheiden. Doch das tot geglaubte Volk, von Sklavenjägern und Seuchen auf 100 Personen dezimiert, rappelte sich wieder auf.
Der Leipziger Jörg Hertel erforschte die Musik von Rapa Nui und vermutet in ihr ein Bindeglied zu Energien der Vorzeit. Er packte 29 Stücke lebensfroher Osterinselmusik auf CD, die weder fremd noch weit weg anmuten. Mir fallen alte Abzählreime ein, Stimmungslieder und Gospelchöre. Von Tahitis Tradition geprägt, haut das Inselvolk gern die Saiten von Gitarre und Ukulele, quetscht das "Upa Upa" (Akkordeon), trommelt, schlägt Steine auf Hölzer und entlockt selbst Wasser oder Pferdeschädeln passende Töne.

Sächsische Zeitung

Im Renaissance-Hotel
Mit Abstecher auf Osterinsel endet die Dia-Saison
Am Ostermontag klingt die Wintervortragssaison 98/99 der Reihe "Welt im Sucher" aus - mit Bildern und Klängen von der Osterinsel. Dabei gibt es ab 17 Uhr im Renaissance-Hotel sozusagen ein Heimspiel für Referent Jörg Hertel - der Sozialtherapeut und Musiker ist Leipziger. Mehr als zwei Monate studierte er indes die Geschichte, Kultur und Lebensgewohnheiten der Insulaner. Geographisch gesehen sei die Osterinsel "das einsamste Eiland", meint er: Sie liegt immerhin von der südamerikanischen Küste 3700 Kilometer entfernt, von Tahiti 4000. Also quasi da, wo Globusfabrikanten auf der Kugel den Firmenstempel hinterlassen. Doch gerade diese Isolation habe zu einer Eigenständigkeit in der Entwicklung geführt, die ihresgleichen sucht, findet Hertel. Als Musiker faszinierte ihn dabei freilich diese bewahrte traditionelle Musik. Davon hat er Tonbandaufzeichnungen mitgebracht, die seinen Vortrag weitgehend bestimmen.
Leipziger Volkszeitung

Radio-Tipp
Im November auf der Osterinsel
Als einsamster Ort der Welt wird sie gelegentlich bezeichnet. Eine der geheimnisvollsten ist sie auf alle Fälle - die Osterinsel im Stillen Ozean. Auf diesem Eiland, unendlich weit von den nächsten Küsten entfernt, entwickelte und hielt sich über Jahrtausende hinweg eine Hochkultur mit eigener Schriftsprache, reicher Musikkultur und einer Bildhauerkunst, die der Nachwelt jene bis heute rätselhaften Moai, die steinernen Riesenköpfe, hinterlassen hat.
Der Leipziger Autor, Musiker und Sozialtherapeut Jörg Hertel besuchte "Rapa Nui", wie die Bewohner ihre Heimat nennen. über drei Monate lebte er mit ihnen im Großfamilienverband - und näherte sich ihrer Kultur über das Akustische, über die Klänge, die Musik. Die Entdeckungen, die Hertel dabei gemacht hat, sind nun in drei aufeinander folgenden Ausgaben von "Folk, Roots & World Music" zu hören. Das Special bietet Ausschnitte aus 22 Stunden Tonbandaufzeichnungen. (MDR Kultur)
Leipziger Volkszeitung

Kulturtipp der Woche
Einsam auf Rapa Nui
Zum zweiten Mal in diesem Jahr zeigt das Goethe-Institut Fotos von der Osterinsel. Wie unterschiedlich das berühmte Eiland wahrgenommen wird, beweisen einmal mehr die stimmungsvollen Bilder von Jörg Hertel. Der Musiktherapeut aus Leipzig hat Rapa Nui bei drei Aufenthalten von insgesamt sieben Monaten erspürt. Was ist Einsamkeit? Diese Frage schwingt in Hertels Bildern mit: schwarze bis rosarote Wolkenformationen über den Steinfiguren von Tongariki, die rötlichen Farbtöne des wüstenartigen Poike-Hügels, Ausblicke von dem kleinen, vorgelagerten Felseneiland Motu Nui.
Für ein paar Tage ließ sich der Leipziger auf dem Inselchen aussetzen. Mitten im tobenden Meer blieb er allein, wo früher Vogelmann-Anwärter auf das erste Ei der Rußschwalbe warteten, um den begehrten Status des Tangata Manu zu erlangen. Wie es Hertel ergangen ist, hat er in dem Buch "Extreme Osterinsel" festgehalten.
Außerdem hat Hertel drei CD's veröffentlicht, auf denen nicht nur die typischen polynesischen Klänge zu hören sind, sondern Geräusche, die das Leben auf Rapa Nui bestimmen: Stimmen am Flughafen, Kirchengesänge, Meeresbrandung, Rußschwalben, Schritte im Eukalyptuswald.

Condor, Santiago de Chile