Reisevortrag



James Cook vs. Thor Heyerdahl



Zwei Pazifik-Genies im Vergleich. James Cook entdeckte während dreier Reisen in den größten Ozean der Welt viele Inseln wie Hawaii, Neuseeland, Südgeorgien, aber auch den Osten Australiens für die Europäer. Ihm ist zu verdanken, dass wir wissen, dass es keinen südlichen Superkontinent braucht, um die Landmasse der Nordhalbkugel im Gleichgewicht zu halten. Aber er entwickelte auch wirksame Maßnahmen gegen Skorbut, die Krankheit, welche zuvor immer wieder ganze Schiffsmannschaften dahingerafft hatte. Aber er nutzte auch die Ureinwohner der „Südsee“ aus, belog sie – was ihm letztlich das Leben kostete. Thor Heyerdahl ist eigentlich nicht mit ihm zu vergleichen. Er entdeckte keine Inseln, er fand kein Heilmittel gegen eine Krankheit. Aber er gab der Pazifik-Forschung entscheidende Impulse allein durch seine Art die Dinge zu sehen: pragmatisch und direkt. So bewies er unter anderem durch eines der waghalsigsten Seefahrtsexperimente der Menschheitsgeschichte, dass es sehr wohl möglich war, den Pazifik auch von Osten her zu besiedeln, indem er mit dem Balsafloß Kon Tiki 1947 von Peru nach Polynesien aufbrach und nach 101 Tagen Drift ein Atoll der Tuamotus erreichte. Aber während die internationale Forschergemeinschaft alle fragwürdigen Entscheidungen Cooks gern ausblendet und ihn lieber zum Helden stilisiert, wurde Heyerdahl zu seinen Lebzeiten kaum Respekt oder Anerkennung seiner Leistungen zuteil. Dieser Vortrag versucht diese Ungerechtigkeit auszugleichen.

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