Reisevortrag



Die Straße von Gibraltar



Die berühmte Meerenge zwischen Südeuropa und Nordafrika ist an ihrer schmalsten Stelle nur knapp 15 Kilometer breit. Wen wundert’s also, dass die sich an die entsprechenden Küsten schmiegenden Kulturen einander äußerst ähnlich sind – bei gleichzeitig hohem Kontrastreichtum. Aber nicht nur in jenem Spannungsfeld bewegte sich diese Drei-Länder-Reise. Die Grenze von Andalusien nach Gibraltar zu überqueren ist zwar technisch reine Formsache, denn Spanien gehört ebenso wie das (äußerst) britische Gibraltar zur EU. Aber nachdem die Gibraltarianer sich per Referendum erneut zu Great Britain bekannten, zeigten sich die Spaniern wenig amused und schlossen die Grenze. Seitdem wird NACH Gibraltar großzügig durchgewunken, aber zurück tiefengeprüft. Tägliches Hupkonzert der Ausreisenden inklusive. Aber da ist mehr! So sehr Andalusien zur Euro-Zone gehört, so wenig erwartbar ist, dass, was z.B. die öffentlichen Verkehrsmittel angeht, heimatliche Verhältnisse herrschen. So war es wohl kein Wunder, dass ein erster Versuch, die Südseite der berühmten Wasserstraße, die Stadt Tanger im afrikanischen Marokko, zu erreichen, scheiterte. Aber auf wunderbare Weise. Denn der Bus, der nach Tarifa, dem Abfahrtsort der Fähre nach Afrika führen sollte, erreichte zwar diesen Ort, aber ohne sich „zu erkennen“ zu geben. So bietet dieser Vortrag nun auch: Cádiz am atlantischen Ausgang der Straße von Gibraltar. Die später geglückte Überfahrt nach Tanger erzeugt aber zweifelsohne einen weiteren Vortragshöhepunkt. Wer einmal sehen will, wie viele Boote in ein sehr kleines Hafenbecken passen - und der Frage nachgehen möchte, wie diese hinein gestopft wurden (oder jemals wieder heraus kommen sollen), der schaue sich diesen Reisevortrag an. Darüber hinaus bietet er reichlich Kurioses und Aberwitziges - wie die spanische Nicht-Touristenstadt Stadt La Linea – und Seiten von Gibraltar, die dem Tagestouristen verborgen bleiben. Denen werden natürlich auch – per Taxifahrt – die Affen auf dem Upper Rock gezeigt – und zwar ganze 10 Minuten. Ein paar Minuten mehr braucht es aber schon um zu begreifen, dass diese auch nur Menschen sind – und wohl auch mein Verhalten ihnen eher affig vorgekommen sein mag…

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